50 Jahre Jubiläum

50 Jahre Burgenländischer Gehörlosenverein
1967 – 2017

Der burgenländische Gehörlosenverein arbeitet nach Statuten, die bei der Gründung des Vereins am 10. Dezember 1967 erstellt und vorgestellt wurden.
„Der Verein bezweckt die Förderung der geistigen, insbesondere der religiösen, sozialen und kulturellen Interessen seiner Mitglieder und zwar durch:

  • Erfassung aller Gehörlosen im Burgenland
  • Abhalten von Gottesdiensten, Versammlungen und Vorträgen
  • Unterstützung und Beihilfe entsprechend vorhandener Mittel bei berücksichtigungswürdigen Fällen und Anlässen
  • Beratung und Hilfe: Fürsorge, Arbeitsplätze, Ämter und dgl.

Aus diesen Statuten ergeben sich die Angebote des Vereins:

Einmal im Monat treffen wir uns zum gemütlichen Beisammen sein, zu Austausch oder auch um Neues bei Vorträgen zu erfahren. Oft sind bei diesen Vorträgen Gebärdensprachdolmetscherinnen dabei, die uns die Inhalte vermitteln.
4-5 mal im Jahr feiern wir heilige Messe, meist in Mattersburg,
einmal im Jahr erleben wir mit Bischof Iby einen gemeinsamen Tag mit religiösem und kulturellem Programm und mit gemütlichen Beisammensein.
Ein Höhepunkt unser Treffen ist auch die jährliche Vorweihnachtsfeier im Haus der Begegnung in Eisenstadt. Wir machen auch gerne Wanderungen oder kleinere oder größere Fahrten.

Mit Dankbarkeit blicken wir zurück auf die Zeit der Gründung des Vereins durch die Initiativen des damaligen Gehörlosenseelsorgers Josef Schermann, im Beisein vom damaligen Caritas-Direktor Prälat Johann Ettl und den Gründungsmitgliedern, mit ihrem ersten Vorsitzenden Dominik Strümpf.

Wir staunen immer wieder über alles, was durch die Bemühungen des Vereins und durch die Funktionäre des Vereins in Zusammenarbeit mit weltlichen und kirchlichen Behörden in den 50 Jahren erreicht werden konnte:
Heute ist der Führerschein eine Selbstverständlichkeit, so war es nicht immer.
Er erleichtert den Gehörlosen das Kommen zu den Treffen. Gebärdensprache war nicht immer eine Selbstverständlichkeit, seit August 2005 aber ist sie gesetzlich verankert und so ist es auch etwas leichter geworden, Gebärdensprachdolmetscher zu erreichen. Wir sind froh und dankbar, dass es im Burgenland wenigstens zwei Gebärdensprachdolmetscher gibt. Auch in schulischer Hinsicht gab es Änderungen. Es sind kaum mehr burgenländische gehörlose Kinder in der Schule in Wien/Speising. Die meisten der gehörlosen und hörbehinderten Kinder besuchen Integrationsklassen im Burgenland.
Durch den Datenschutz erschwert das die Erreichbarkeit dieser hörbehinderten Menschen und damit auch die Möglichkeit, sie zu Gottesdiensten und Vereinstreffen einzuladen.

Große Fortschritte gab es auch auf dem Gebiet der Kommunikation.
Waren wir früher angewiesen auf Hörende, so kamen später das Schreibtelefon und jetzt der Computer mit seinen Mails, die Handys mit allen technischen Möglichkeiten bis hin zum Chatten.
Das erleichtert die Verständigungen und stärkt unsere Zusammengehörigkeit.

Im Zusammenhang mit allem, was in den 50 Jahren geschehen ist, denken wir an alle, die nicht mehr unter uns sind, danken ihnen für ihre Mitarbeit im Vorstand und für ihre Treue zum Verein.
An erster Stelle dem Initiator und Mitbegründer unseres Vereins:
KR Pfr. Josef Schermann, der im Jänner 2017 von uns gegangen ist.
Fast bis zuletzt hat er Anteil genommen am Leben unseres Vereins.
Weiters denken wir an und danken wir allen unseren Mitgliedern, die uns in die ewige Heimat vorausgegangen sind. Wir erwähnen namentlich nur die verstorbenen Gründungsmitglieder: Dominik Strümpf, Josef Wanovits, Franz Aufner.
Alle anderen schließen wir ein in unser Gebetsgedenken.
Wir danken auch allen, die unserem Verein immer die Treue halten und durch ihr Dabeisein unserem Verein ein Weiterleben möglich machen.
Wir wollen hier nur die Mitglieder nennen, die seit 50 Jahren dabei sind:
Wilhelm Buchinger, Karl Boskovitz, Stefanie Schügerl.

Unser Dank gilt aber allen anderen Mitgliedern, die seit 40, 30, 20, 10 Jahren im Verein sind. 
Ein besonderer Dank für alle Mühen mit dem Verein gilt meinen Vorgängern, den Obmännern Dominik Strümpf und Wilhelm Buchinger.
Danken möchten wir auch Frau Bürgermeisterin Salomon, die sich in den letzten Jahren sehr für unseren Verein eingesetzt hat und auch dafür gesorgt hat, dass wir im „Vereinstreff“ monatlich zusammenkommen können.

Ein herzliches Dank unseren Dolmetscherinnen Stefanie Euler und Sabine Unger-Beck, die uns durch ihre Hilfe manche Behördenwege i.a. erleichtern.

Nicht zuletzt sagen wir danke unseren Seelsorgern Bischof Dr. Paul Iby und Generalvikar Martin Korptisch.
Wir freuen uns auch, dass Dr. Maria Schwendenwein seit den Anfängen der burgenländischen Gehörlosenseelsorge immer bei uns und mit uns ist.

Damit unser Verein auch in Zukunft weiter bestehen kann, möchte ich alle gehörlosen und hochgradig schwerhörigen Menschen im Burgenland einladen, zu unseren Treffen zu kommen. Durch diese Treffen hat man die Möglichkeit, sich in Gebärdensprache zu unterhalten und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.